Pädagogisches Konzept

Einleitung

Der Kindergarten Coldewei, benannt nach dem Stadtteil Coldewei, besteht seit dem 15. Juni 1973.

Träger dieser Einrichtung ist der „Verein Kindergarten Coldewei“. Er wird geführt gemäß den Vorschriften der Vereinssatzung, sowie den Beschlüssen der Mitgliederversammlung.

Der Kindergarten betreut 14 Kinder von 3 – 6 Jahren in einer altersgemischten Gruppe. Die Gruppenräume sind nach dem pädagogischen Konzept von Martha Schörl eingerichtet. Die Pädagogin Schörl entwickelte zusammen mit der Sozialpädagogin M. Schmaus ein spezielles Raumteilverfahren.

Diese spezielle Raumaufteilung hat sich in unserer Einrichtung besonders bewährt und der baulich gegebene Platz wird somit optimal genutzt.

Da wir eine kleinere Kindergruppe als in anderen Kindergärten betreuen, legen wir besonders Wert auf eine intensive Betreuung, Beobachtung und Förderung. Dadurch wird die ganzheitliche Entwicklung des Kindes besonders gefördert.

Bedeutung der pädagogischen Arbeit

Für die Entwicklung der Kinder

Das Kind entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem selbständigen, selbstdenkenden und selbsthandelnden Individuum. In den ersten sechs Lebensjahren geschieht die Entwicklung sehr rasch (vom Säugling zum Kleinkind und weiter zum Vorschulkind, das bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, um die Schulreife zu erlangen). In dieser Zeit werden die wichtigsten Grundlagen der Gesamtentwicklung für das ganze spätere Leben gelegt. Die verschiedenen Entwicklungsbereiche sind:

motorische Entwicklung
kognitive Entwicklung
emotionale Entwicklung
sprachliche Entwicklung
soziale Entwicklung

Diese Teilbereiche der Entwicklung sind alle wesentlich und gehen fließend ineinander über.

Motorische Entwicklung

Das natürliche Umfeld der Kinder heute ist räumlich sehr begrenzt, selbst im Stadtteil Coldewei. Es gibt beispielsweise nur noch wenig Kletterbäume, der nächste Wald ist weit weg, der Verkehr ist dichter geworden. Das bedeutet für die Kinder:

Die Kinder spielen auf dem eigenen Grundstück unter ständiger Aufsicht der Eltern.

Kinder können sich keine „Spielplätze“ selbst aussuchen, sondern müssen mit den vorgefertigten Plätzen vorlieb nehmen. Hier sind auch die Eltern mit dabei und richten ihr sorgvolles Auge auf die Kinder, die sich nicht so frei bewegen, wie sie es ohne Beobachtung machen würden.

Fernsehen und Videospiele sind zu wichtigen Bestandteilen der heutigen Freizeitgestaltung geworden. Dabei sitzen die Kinder und bewegen sich nicht. Da das Angebot der Programme für Kinder so vielfältig ist, lassen sie sich auch gerne durch das Fernsehen unterhalten, anstatt sich draußen zu bewegen.

Auch die Sinneswahrnehmung kann am besten in der freien Natur geschult werden. Zum Beispiel kann man im Wald den Vogelstimmen lauschen, Baumrinde ertasten, an verschiedenen Pflanzen riechen, Insekten beobachten und ungiftige Pflanzen oder Beeren schmecken.

Diese intensiven Eindrücke kann das Fernsehen nicht bieten.

Die Bewegungsarmut der Kinder führt dazu, dass sie in ihrer motorischen Entwicklung eingeschränkt werden und diese sich dadurch verzögern kann. Diese Tatsache hat auch Auswirkung auf die anderen Entwicklungsbereiche.

Kognitive Entwicklung

Für eine gesunde kognitive Entwicklung ist es wichtig, dass die Kinder auch Gelegenheit zum selbständigen Denken und Handeln bekommen und darauf hingehend angeregt werden. Selbständiges Denken und Handeln ist die effektivste Art zu lernen, weil man sich Erfahrungen, die man selbst erlebt hat, am besten verinnerlicht. Ein wichtiger Aspekt hierfür ist, dass die Kinder freie Entscheidungen treffen und selbst etwas planen dürfen. Wenn die Kinder sich zum Beispiel am Nachmittag mit Freunden verabreden möchten, sollten sie dafür Gelegenheit und Zeit zu bekommen. Die Eltern sollten sich hierbei möglichst wenig einmischen, da sie ja sowieso schon überlegen müssen, wie sie das Kind zu seinen Freunden bringen können, wenn diese nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen.

Dem freien ungezwungenen Spiel der Kinder wird viel zu wenig Bedeutung zugemessen. Gerade dies ist aber wichtig, weil ein Kind dabei seine eigenen Ideen, Gedanken und Handlungen umsetzen kann und damit seine Erfahrungen macht. Diese sind wichtig für seine weitere Zukunft, weil Spielen lernen ist.

Die Pisa-Studie hat ergeben, dass das deutsche Schulsystem reformiert werden muss. Dies stellt auch eine größere Herausforderung für Kindergarten, Schule und Eltern dar. Dadurch werden die Eltern wieder mehr in die Verantwortung gezogen und der Leistungswille der Kinder wird wieder mehr gefordert und gefördert.

Emotionale Entwicklung

Die Kinder entwickeln ihre eigenen Emotionen schon im frühen Alter. Das fängt beim Säugling an, der seine Gefühle durch Lächeln oder Schreien ausdrückt. Deutlicher wird dieser Entwicklungsbereich aber im sogenannten Trotzalter, das ca. zwischen 2 – 3 Jahren durchlebt wird. In dieser Zeit erkennt das Kind sich selbst als eigenständige Person an. Der Begriff „ICH“ wird ein fester Bestandteil im Wortschatz des Kindes. Es versucht sich gegenüber den Erwachsenen durchzusetzen und seine Grenzen auszutesten.

Diese ICH-Findungsphase ist von sehr großer Bedeutung für die Entwicklung einer starken und selbständigen Persönlichkeit. Besonders in dieser Zeit müssen die Kinder lernen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen. Hierfür müssen sie klare Grenzen gesetzt bekommen. Wenn sie in dieser Zeit keine konsequenten Regeln kennen lernen, fällt es ihnen im späteren Leben auch schwer, sich an solche zu halten. Angewohnheiten, die sich im „Trotzalter“ verfestigt haben, können sich die Kinder nur schwer wieder abgewöhnen. Wichtig ist aber auch, dass die Eltern sehr liebevoll mit dem Kleinkind umgehen. Es muss sich geborgen fühlen und die Eltern akzeptieren. Viel Lob und Anerkennung sind dabei hilfreich, aber auch konsequente Regeln. Nur so kann die Grundlage für die Weiterentwicklung gelegt werden.

Je älter das Kind wird, desto mehr Wünsche und Bedürfnisse äußert es. Die Eltern sollten ihm hierfür auch genügend Raum und Gelegenheit bieten, seine Ideen zu verwirklichen. (z. B. Kleidung zusammen aussuchen, Essen mit dem Kind zubereiten, ihm erlauben, sich mit Freunden zu verabreden, usw.). Das Kind möchte seine Meinung äußern und eigene Entscheidungen treffen und durchsetzen.

Vor allem braucht das Kind selbstbestimmte Freizeit, in der es entscheiden kann, wann, mit wem, wo und was es unternehmen möchte. Wenn es sich verabreden möchte, sollte es Gelegenheit dafür haben. Die Realität sieht aber leider oft so aus, dass die Eltern die freie Zeit der Kinder mit Freizeitangeboten verplanen, die in ihren Augen sinnvoll und wichtig für die Kinder sind.. „Man“ muss ja mit der Zeit gehen und das bedeutet für viele Kinder Musikschule, Sportverein, Ballettunterricht, usw. Die Kinder leiden also schon im jungen Alter unter Termindruck.

Dies führt dazu, dass sich die Kinder verplant und unter Druck gesetzt fühlen. Sie bewältigen dieses Gefühl häufig mit Wutausbrüchen oder Resignation. Es ist zwar sinnvoll, wenn die Kinder etwas lernen, aber sie sollten entscheiden, was sie gerne machen möchten und Hilfestellung für die Entscheidung bekommen. Haben die Kinder sich dann entschieden, sollten sie eine gewisse „Probezeit“ haben, in der sie sich entscheiden können, ob sie das gewählte Angebot weitermachen wollen (z. B. Fußballspielen). Haben sie sich endgültig für eine Sache entschieden, sollten sie dafür auch Ausdauer haben.

Mindestens drei Nachmittage sollte das Kind aber zur freien Verfügung haben, an denen es sich verabreden kann oder mit den Eltern etwas unternehmen kann.

Sprachliche Entwicklung

Sprache ist die grundlegende Fähigkeit des Menschen, seine Meinung, Wünsche und Gedanken sich selbst und Anderen verstehbar zu machen. Das Sprechen ist ein Kommunikationsmittel, wodurch der Mensch mit Anderen in Kontakt tritt und sich verständigt. Für eine gesunde sprachliche Entwicklung ist es wichtig, dass:

viel mit den Kindern gesprochen wird
den Kindern aufmerksam zugehört wird
die Kinder aussprechen dürfen
ein Blickkontakt zwischen Erwachsenem und Kind beim Zuhören besteht, weil dieser ein Gefühl von Halt und Bestätigung gibt
Erwachsene dem Kind ein ruhiges Vorbild beim Sprechen sind
den Kindern Kontakt zu Spielgefährten ermöglicht wird
die Kinder einen geordneten Tagesablauf mit genügend Ruhepausen haben
Singen von rhythmisch – musikalischen Liedern und rhythmisches Sprechen und Reimen

Dabei ist eine gesunde zwischenmenschliche Beziehung zu den Erwachsenen, die sich viel mit den Kindern beschäftigen, (Eltern, Erzieher, Verwandte, Freunde) enorm wichtig. Für die Sprachentwicklung ist es nämlich von Bedeutung, dass die Kinder das Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit vermittelt bekommen.

Soziale Entwicklung

Soziale Entwicklung bedeutet, sich mit anderen Menschen auseinander zu setzen, mit ihnen zu kommunizieren und andere Menschen mit ihren verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen zu akzeptieren. Damit das gelingt, muss das Kind folgende Fähigkeiten er lernen:

Das Kind muss Konflikte selbständig lösen können. Da die Kinder heute viel unter der Aufsicht von Erwachsenen stehen, mischen diese sich sehr viel in Streitereien zwischen den Kindern ein. Die Erwachsenen müssen die Kinder zwar unterstützen, aber keine Komplettlösungen vorgeben. Besser ist es, mit den Kindern gemeinsam sinnvolle Lösungsstrategien zu entwickeln.

Das Kind sollte die in unserer Gesellschaft gängigen Umgangsformen. („Guten Tag“, „Bitte“, „Danke“, usw.) verinnerlichen. Hier ist wieder die Vorbildfunktion der Eltern wichtig. Was die Kinder von ihren direkten „Vorbildern“ vorgelebt bekommen und für gut befinden, übernehmen sie für sich.

Das Kind sollte sich in eine Gruppe eingliedern können. Dazu gehört, dass es seine eigenen Persönlichkeit mit seinen Wünschen und Meinungen vertritt, aber auch gleichzeitig lernt, Rücksicht auf andere zu nehmen.

Die so genannte soziale Reife ist ein wichtiges Kriterium beim Einschulungstest. Es wird analysiert, ob die Kinder diese erreicht haben. Das ist wichtig, um in der Schule in einer großen Gruppe zurechtzukommen.

Für die ErzieherInnen

Wenn ein Kind in unsere Einrichtung kommt, lernen wir es richtig kennen. Wir sehen jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit mit allen Stärken und Schwächen an und helfen ihm, sich in die Gruppe einzugliedern. Die Kinder sollen in den drei Jahren, die sie bei uns verbringen, in ihrer ganzheitlichen Entwicklung gestärkt, begleitet und unterstützt werden.

Mit unserer pädagogischen Arbeit, die wir in den weiteren Punkten näher erläutern, stellen wir uns dieser Aufgabe und lösen diese in Kooperation mit den Eltern. Dabei behalten wir immer die einzelnen Entwicklungsschritte im Auge und holen somit jedes Kind in seiner Entwicklung da ab, wo es gerade steht und fördern es dahingehend individuell nach seinen Fähigkeiten.

Inhaltliche Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit

Wir als Erzieherinnen behalten die Entwicklung der Kinder als ganzheitlich im Auge. In den nächsten Punkten stellen wir dar, wie sich unsere pädagogische Arbeit im einzelnen untergliedert.

Orientierungsplan

Um die Arbeit für die Eltern transparent zu machen und besser reflektieren zu können, erarbeiten die Erzieherinnen im Abstand von ca. vier Wochen einen Orientierungsplan. Dieser orientiert sich entweder an den immer wiederkehrenden Festen im Jahreskreis (Weihnachten, Fasching, Ostern...) oder an den Interessen der Kinder, die die Erzieherinnen durch Beobachtung und Gesprächen mit den Kindern situativ aufgreifen.

Der Orientierungsplan deckt alle für die Entwicklung der Kinder bedeutsamen Teilbereiche ab. Dazu gehören:

musikalische Frühförderung
Sprache
naturwissenschaftliche Aspekte
Bewegungserziehung (Yoga und Sport im Freien)
Kreativitätsförderung
Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten

In angeleiteten gezielten Angeboten werden die aufgelisteten Teilbereiche gleichermaßen gefördert.

Musikalische Frühförderung

Uns als Erzieherin ist es ein wesentliches Anliegen, den Kindern Spaß und Freude am musizieren zu vermitteln. Kinder singen sehr gerne. Es werden mit ihnen verschiedene Lieder in Deutsch, Englisch und auch Plattdeutsch gelernt.

Die Vorschulkinder lernen bei uns das Spielen der Blockflöte. Bei der Einführung eines neuen Liedes dürfen die Kinder mit verschiedenen Orff-Instrumenten das Lied im Takt begleiten. Die Erzieherinnen arbeiten auch sehr viel mit rhythmischen Spielen, wie Namen klatschen, „rappen“, stampfen und klatschen. So lernen die Kinder, das die Lieder unterschiedliche Takt- und Rhythmusschemata aufweisen.

Der „Felix“ (Auszeichnung des deutschen Sängerbundes) lässt dies auch für alle, die am Kindergarten Coldewei vorbeikommen, sehen.

Sprache

Die vorschulische Sprachförderung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Viele Kinder, die mit drei Jahren in den Kindergarten kommen, haben Probleme, sich richtig zu artikulieren. Dies ist meistens entwicklungsbedingt und verändert sich, wenn die Kinder älter werden. Durch den Umgang mit anderen Kindern, Gespräche im Stuhlkreis, Singen, Reimspiele, Fingerspiele, Zungenbrecher, Nacherzählen von Geschichten, usw. verbessert sich das oft sehr rasch.

Wie im letzen Punkt schon angesprochen, singen und reimen die Erzieherinnen auch in Englisch und Plattdeutsch. Fremdklingende Wörter wecken ein großes Interesse bei Kindern. Außerdem sind sie sehr stolz, wenn sie dadurch auch einige „Vokabeln" kennen lernen.

Naturwissenschaftliche Aspekte

Im Orientierungsplan werden die verschiedensten Themen behandelt: (Leben im Eis, das Meer, Wald, Weltall, usw.). Die Kinder haben dazu viele Fragen und so fließen neben Geschichten, Liedern usw. auch naturwissenschaftliche Aspekte mit ein. Es werden im Kigaco mit den Kindern Ausflüge in die Natur unternommen, Museen angeschaut oder mit Sachbüchern gearbeitet.

Interessant ist es auch für Kinder, durch Experimentieren verschiedene Gesetze der Natur kennen zu lernen (Wasser wird zu Eis und Schnee und taut wieder auf, Wachstum der Pflanzen, z. B. durch Ansäen von Kresse, Sterne leuchten nur in der Nacht, usw.).

Wir als Erzieherin probieren viele solche Experimente mit den Kindern aus. Wenn sie etwas praktisch miterleben, merken sie es sich viel länger, als wenn sie es nur aus Büchern erfahren.

Bewegungserziehung

In diesem Kindergarten wird großer Wert auf eine breitgefächerte Bewegungserziehung gelegt. Neben Kreis- und Turnspielen wird Yoga, Sport im Freien und Schwimmen im Kigaco praktiziert.

Yoga

Yoga lässt die Kinder ihre körperliche Mitte finden. Dabei wird vor allem der Gleichgewichtssinn differenziert, geschult und verbessert. Die Kinder sollen angeregt werden, Freude an überwiegend ruhigen Bewegungen zu haben und dabei spüren, was innerhalb und außerhalb von ihnen selbst geschieht, und das passiert durch Yoga.

Sie werden eins mit Tieren, Vögeln, Insekten und Gegenständen. Eine solche intensive Anregung gibt ihnen Freiheit, sich zu bewegen.

Yoga vermittelt außerdem ein Gefühl von Ruhe, Entspannung, Vertrautheit und Wärme. Zusätzlich wird die Fantasie und Konzentration gefördert. Es hilft den Kindern außerdem, Spannungen abzubauen und einen inneren Frieden für sich zu finden.

Sport im Freien

Im Gegensatz zum Yoga bieten wir als Fachkräfte den Sport im Freien bei warmen Wetter an. Hierbei legen wir mehr Wert auf schnellere Bewegungen, wie Laufen, Hüpfen, Springen, Werfen, usw. Wir verwenden dabei Sportgeräte wie Springseile, Bälle, Kugeln, Reifen, Schwungtuch, usw. Dieser Sport im Freien bei frischer Luft erfordert von den Kindern ein hohes Maß an Körperbeherrschung, eine gesunde Kraftdosierung und hilft, eine hohe körperliche Belastbarkeit zu entwickeln.

Schwimmen lernen

Es wird den Kindern ab fünf Jahren ein Schwimmkurs unter Anleitung einer ausgebildeten Bademeisterin angeboten. Die Kinder lernen dadurch den Spaß, aber auch die Gefahren, die mit dem Element Wasser verbunden sind, kennen und einzuschätzen. Dadurch erfahren sie, wie sie sich in Notsituationen verhalten müssen. Im Gegensatz dazu lernen sie das angenehme Gefühl kennen, vom Wasser getragen zu werden.

Am Ende des Schwimmkurses haben sie erste Schwimmkenntnisse und Bewegungsabläufe entwickelt. Für ihre erbrachte Leistung werden sie am Ende des Kurses mit der Auszeichnung „Seepferdchen“ belohnt.

Gezielte Angebote

Wir als Erzieherin gestalten täglich ein gezieltes Angebot zum Thema unseres momentan aktuellen Orientierungsplans. Dabei wird nach Möglichkeit versucht alle beschriebenen gleichermaßen abzudecken. Pro Woche bringen wir ein Lied, ein Bilderbuch oder Märchen, ein Kreativangebot, Yoga oder Sport im Freien und ein Gespräch zum Thema ein. Des Weiteren lernen oder wiederholen die Kinder verschiedene Fingerspiele, Reime oder Kreisspiele.

Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten

Förderung lebenspraktischer Fähigkeiten

Zu den so genannten lebenspraktischen Fähigkeiten gehören z. B. Tisch decken, sich selbständig anziehen, Schleife binden, usw.. Die Kinder lernen diese Dinge schon überwiegend zu Hause.

In dieser Einrichtung wird sehr großer Wert auf die Selbständigkeitserziehung gelegt. Hier ist es so, dass die Großen den Kleinen helfen, sich einzuleben. Die Vorschulkinder zeigen den Kleinen, wie man seinen Platz nach dem Frühstück aufräumt, wie man seine Schuhe selbst anzieht, wo die Spielsachen aufgeräumt werden, usw.. Dadurch übernehmen die Großen schon ein wenig Verantwortung und die Kleinen lernen nicht nur von den Erwachsenen, sondern auch von anderen Kindern, was wiederum die soziale Entwicklung fördert.

Methodische Schwerpunkte

Freispielgestaltung

Als Freispiel wird die Zeit bezeichnet, in der die Kinder sich frei entscheiden können, wo und mit wem sie gerne spielen möchten. Bei uns beginnt die Freispielzeit um 7.45 Uhr und endet ca. gegen 9.30 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. Nach dem Frühstück findet ein gezieltes Angebot statt und danach wird das Freispiel bei schlechtem Wetter im Raum und bei gutem Wetter im Freien fortgesetzt.

In der Zeit des Freispiels verteilen sich die Kinder in die verschiedenen Spielbereiche auf . Das pädagogische Personal gibt während dieser Zeit bei Bedarf Anregungen oder beteiligt sich zeitweise am Spiel der Kinder.

In dieser Zeit beobachten wir vor allem jedes einzelne Kind in seinem freien Verhalten. Somit können wir Stärken und Schwächen erkennen und versuchen, daran zu arbeiten.

Raumgestaltung und Raumteilverfahren

Es gibt in im Kindergarten Coldewei zwei große Räume, getrennt nach laut und leise. Im ersten Raum, in dem auch die gezielten Angebote stattfinden, befinden sich die einzelnen Tische (Basteltisch, Maltisch, Spieletisch und Bilderbuchtisch). Das ist unser so genanntes „Leises Zimmer, in dem sich die Kinder auf einzelne Beschäftigungen am Tisch konzentrieren. Im zweiten Raum, dem „Lauten Zimmer“ befinden sich Sono- bzw. Legotisch, Bauecke und Puppenecke. Hier können sich die Kinder voll in ihr freies Spiel vertiefen, ohne die Kinder, die sich eine ruhige Beschäftigung ausgesucht haben, zu stören.

Die Räume sind, wie schon in der Einleitung erwähnt, nach dem Raumteilverfahren der Ordensschwester und Pädagogin Martha Schörl aufgeteilt.

Der Basteltisch

Am Basteltisch bieten wir zum entsprechendem Rahmenthema verschiedene Bastelangebote an, die jeweils von einer Teilgruppe, bestehend aus vier Kindern, wahrgenommen werden. Hierbei werden verschiedene Arbeitsvorgänge, wie schneiden, kleben, reißen, prickeln, falten, usw. von den Kindern erlernt. Aufgrund der Arbeit in Teilgruppen mit wenigen Kindern ist es den Erzieherinnen möglich, individuell auf jedes einzelne Kind einzugehen. Durch die somit ermöglichte starke Zuwendung zu den einzelnen Kindern gewinnen sie an Selbstvertrauen. Sie erlangen nach und nach Sicherheit und werden somit mehr und mehr zu selbständigem Handeln herangeführt.

Der Maltisch

Am Maltisch lernen die Kinder, mit Papier, verschiedenen Stiften, Spitzer und manchmal auch Lineal richtig umzugehen. Die Anzahl der Kinder am Maltisch ist auf zwei bis drei begrenzt, damit ein konzentriertes, intensives und fantasievolles Malen möglich ist. Wir als Erzieherinnen beobachten die Kinder während des Malens. So kann die Erzieherin sehen, ob das Kind irgendwelche Schwierigkeiten oder Probleme hat. Wenn ihr etwas auffällt, kann sie darauf eingehen und Hilfestellung leisten.

Der Spieletisch

Am Spieletisch gibt es „Memory“, Mensch ärgere dich nicht“, „Blinde Kuh“, usw. an. Mit diesen Spielen können sich jeweils bis zu vier Kinder beschäftigen.

Mit Hilfe der Tischspiele wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, sich mit Farben, Mengen und Maßen auseinander zu setzen. Außerdem wird die Konzentration (z. B. bei Memory), der Tastsinn (Blinde Kuh), sowie das Sozialverhalten durch das miteinander Spielen geübt und verbessert.

Auch die Erfahrung, mal Gewinner und mal Verlierer zu sein, ist eine wichtige Erfahrung für die soziale Entwicklung der Kinder.

Die Erzieherinnen bieten Spiele an, die für die verschiedenen Altersgruppen passend sind. 3-4 –jährige benötigen leichte Spiele mit einfachen Regeln, (z. B. Quips, Obstgarten, usw.) welche immer nur ein Lerngebiet pro Spiel ansprechen. So trainieren sie nacheinander das Erkennen und unterscheiden der Farben, Zählen, Ausdauer, Konzentration, Rücksichtnahme, usw.

Die Vorschulkinder hingegen suchen sich bewusst kompliziertere Spiele mit komplexeren Regeln aus, die mehrere Anforderungen gleichzeitig stellen. Sie beschäftigen sich auch gerne mit dem Mini-Lük Kasten, einem wichtigen Element der Vorschulerziehung. Mit Hilfe dieser Kästen werden wichtige Grundfähigkeiten, die für die Schulreife erforderlich sind, (Raum-Lage, Rechts - Links, Mengen, usw.) zu Grunde gelegt, verbessert und gefestigt.

Die Kinder können sich neben den Regelspielen auch Puzzle oder Steckspiele aussuchen. Hierbei lernen die Kinder den Umgang mit Farben und Formen (z. B. Hammerspiel), Geduld, Geschicklichkeit und Feinmotorik (z. B. Ketten fädeln, Puzzle).

Der Bilderbuchtisch

Am Bilderbuchtisch können sich bis zu zwei Kinder frei nach Wunsch ein Buch aus unserem Bilderbuchangebot anschauen oder sich mit einem Buch zu unserem Rahmenthema nochmals intensiv beschäftigen.

Das Betrachten eines Bilderbuchs erleichtert einigen Kindern die morgendliche Eingewöhnungsphase. Besonders, wenn es dem Kind schwer fällt, sich von den Eltern am Morgen zu trennen, hilft das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuchs mit einer Erzieherin, ihm den Übergang in den Kindergarten zu erleichtern

Den Kindern bereitet es aber auch viel Spaß, sich alleine ein Bilderbuch intensiv zu betrachten. Dabei wird der sorgfältige Umgang damit geübt, die Phantasie angeregt und Sehsinn (Blick für kleine Details) und die Konzentration gefördert.

Die Bauecke

Die Bauecke, sowie Puppenecke und Legotisch befinden sich im zweiten Gruppenzimmer des Kindergartens. Bau- und Puppenecke sind durch einen Raumteiler voneinander abgegrenzt. Dadurch ist in beiden Ecken ein von einander unabhängiges Spiel möglich, wobei sich die Kinder nicht gegenseitig behindern.

In der Bauecke finden etwa drei Kinder Platz, um intensiv ihre Ideen mit den Bauklötzen umzusetzen und ihre eigenen „Bauwerke“ errichten. Hierbei machen sie Erfahrung mit statischen Gesetzen („Wie muss ich die Klötze aufeinander setzen, dass sie nicht umfallen?“). Außerdem wird die Motorik beim Spielen mit Bauklötzen oder zusammenstecken der Holzeisenbahnschienen beansprucht.

Bei gemeinsamen „Bauprojekten“ (Stadt, Bauernhof, lange Eisenbahnstrecke) wird das Gruppengefühl gestärkt. („Das haben wir gebaut!“).

Die Puppenecke

In der Puppenecke können sich zwei bis drei Kinder im Rollenspiel mit ihren Erfahrungen im Alltag spielerisch auseinandersetzen. Durch das Spielen von Familiensituationen, Fernsehen, Zoo, Geburtstag, Kaufladen, usw. setzen sie sich intensiv mit verschiedenen Erfahrungen auseinander und vertiefen diese im Spiel. Dies ist wichtig für die eigene Persönlichkeitsfindung („Welche Rolle würde ich gerne spielen?“, „Erwachsen – sein im Spiel“) und für das Sozialverhalten (Umgang mit anderen Kindern).

Der Legotisch

Am Lego- bzw. Sonotisch spielen die Kinder mit Konstruktionsmaterial. Sie setzen hier eigene Ideen und (Kreativität) versuchen, etwas nachzubauen. Hier müssen sie auf jedes Detail genau achten.

Das Spiel mit Konstruktionsmaterial bereitet allen Kindern besonders viel Spaß, weil es unendlich viele Möglichkeiten gibt, etwas zu bauen. Da die einzelnen Bauteile klein sind, ist dies ein spielerisches Training der Feinmotorik.

Sono erwies sich nach unseren Erfahrungen als sehr wertvolles und altersunabhängiges Konstruktionsspielzeug. Die Kleinen beginnen mit einfachem Zusammenstecken und Experimentieren. Dabei erzielen sie schon gute Erfolge, auf die sie stolz sind. Nach und nach erhöhen sie ihre eigene Selbstanforderung und sie entwickeln dabei immer Schwierigere, detailliertere Produkte (z. B. Autos mit Motoren) was eine hohe Konzentration und Ausdauer erfordert.

Der Außenbereich

Der Kindergarten verfügt über einen Sandspielplatz mit Klettergerüst, Rutsche, Spielhäuschen und Schaukel. Neben dem Spielplatz ist auch noch eine große Rasenfläche vorhanden, die bewusst freigehalten wird für Ballspiele, Wettrennen mit Sand-Lkw‘s und für individuelle Spielwünsche, die die Kinder spontan äußern (z.B. Indianerzelt, Drehkegel, Kriechtunnel, usw.).

Das Spielen im Freien ist in der heutigen bewegungsarmen Zeit besonders wichtig. Es bereitet den Kindern sehr viel Spaß, im Freien ihren Bewegungsdrang frei auszuleben. Das ist von großer Bedeutung für die gesamte motorische Entwicklung.

Schlusswort

Der bisherige Erfolg des Kindergarten Coldeweis und die große Nachfrage haben die Notwendigkeit des Kindergartens und die Richtigkeit des pädagogischen Konzept bestätigt.